Levitikus: Gesetze über den Sabbat und die jährlichen Feste

tanzmusik

m: unser bestreben, interaktionsmöglichkeiten unserer partygäste möglichst gering zu halten, lässt sich wohl auf eine ganz bestimmte marotte zurückführen: unsere eitelkeit, dass auf unserer party auch unsere musik gespielt wird. wenn man jemandem eine mixkassette aufnimmt, bekommt man meistens lob… legt man dagegen auf einer x-beliebigen party auf, steht der nächste dj schon ungeduldig hinter einem, während von vorne die frage kommt, ob man nicht endlich ______ spielen könne… dieser situation wollte ich mich nie wieder aussetzen…

t: die eigenen platten vor publikum auflegen, das macht ja nun wirklich jeder gern…es ist fast so als wäre man teil der bands, deren musikkonserve gerade auf dem plattenteller liegt. …aber genau da liegt das problem, es macht wirklich jeder gern! wie sollten wir uns davor schützen? nur einen sampler für unsere party aufzunehmen, das erschien zu platt! eine komplette party jedoch auf video festzuhalten, und die gespielte musik gleichermaßen, das erschien uns plausibel und ehrlich. bild und ton aus der konserve, keine interaktion und eine ehrliche und intuitive auswahl der musik,…das hat dann nach unserem empfinden gut in unser konzept gepaßt: exodus: einsetzung des passafestes

m:
wie ich auch bei levitikus: gesetz über die reinigung von aussätzigen anmerke, liegt uns viel am lobbyismus für verschwindende medien, besonders für jene, mit denen wir aufgewachsen sind. solange vinyl ca. dreiviertel meiner tonträgersammlung ausmacht, kann der cd-brenner das tapedeck nicht ersetzen, wenn ich einen mitschnitt meiner persönlichen musikauswahl festhalten will. und persönlich soll die auswahl auf unserer party eben sein. der schritt von der idee der videokassette als musikkassette zu der idee der aufnahmesituation in einem feierlichen rahmen war natürlich nur ein kleiner, 8 stunden thomas und ich allein beim musikauflegen wäre auch doch ein bisschen langweilig geworden. das ergebnis ist aber doch ein völlig anderes, als gewohnt, wenn man im stillen kämmerlein z.b. ein musikalisches geburtstagsgeschenk zusammenstellt. a) weil (manchmal auch etwas abwegige) musikwünsche doch nicht ausbleiben, was unter freunden dann auch völlig in ordnung ist, b) man sich auch lieber mal zwischendurch unterhält, als die ganze zeit plattenkisten zu durchwühlen und c) weil alkohol auch oft das einschätzungvermögen über angemessene tanzmusik reduziert. wenn wir durch diese ehrliche und intuitive auswahl, wie thomas es nennt, nach der party behaupten können, soetwas wie atmosphäre aufgenommen zu haben, die sich im besten falle dort übertragen hat, haben wir auch wieder einen kleinen beitrag zur ehrenrettung der mixkassette beigetragen. ein g4 hat nicht mal mehr einen seriellen audioeingang…

t: die party, der alkohol, das spielt natürlich auf den visuellen effekt der videoprojektion an. es gibt meiner meinung nach wenige, die von sich behaupten können, daß sie es witzig oder interessant finden bei dem vorgang des sich betrinkens gefilmt zu werden…ist ja auch unangenehm! man sieht wie sich die eigene mimik verändert und zum teil wirklich abenteuerliche züge annimmt. bewegungen werden schwerfällig und unkoordiniert und wirken oft sehr lächerlich. alles in allem empfindet man, beim betrachten solcher aufzeichnungen nicht selten ein unbehagen…das sollte jedenfalls so sein wenn man noch einen funken selbstachtung in sich birgt. um zum punkt zu kommen, das was wir mit unserer projektion darstellen ist schon eine gewisse form des exhibitionismus oder vielmehr eine art striptease…ich bin gespannt ob das im nachhinein wirklich jedem der beteiligtem klar war: numeri: über sünden aus versehen und aus vorsatz

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Category Levitikus, Phlegma – Ein Corporate Event Design [Diplom] | Tags:

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